If you can dream — and not make dreams your master; if you can think — and not make thoughts your aim; if you can meet with Triumph and Disaster and treat those two impostors just the same. Ruyard Kipling
Können bitte alle Arschlöcher grad mal komplett und auf einmal tot umfallen? Danke.
Facebook schlägt mir Gruppen vor. „Deutsche Freunde Vladimir Putins“. „Verein der Deutschen“. „Unsere Heimat“. So gemütlich, Facebook. Nee, ehrlich, ich glaube, es hackt.
Besonders gern geschlachtet werden auf europäischen Bühnen immer wieder Stücke wie „Der kaukasische Kreidekreis“, „Der zerbrochene Krug“ oder „Der Kirschgarten“. So wie Dürrenmatts „Physiker“ anscheinend irgendwann zum sysiphusartigen Zombiedasein in schulischen Theater-AGs verurteilt wurde. Warum können gute Stücke nicht öfter von richtig guten Ensembles, inszeniert von richtig guten Regisseuren (die auch gerade nicht ausgebrannt oder uninspiriert sind), gemacht werden? Man kommt sich in Theaterdeutschland vor wie in einem Steakhaus, in dem alles, was mit großem Gestus auf den Teller kommt, durchgebratene Filets sind. Ich will mal wieder richtig gute Stücke richtg gut gespielt sehen. Ich meine, jede versemmelte Inszenierung verprellt ja auch Publikum, da kann der Stoff noch so genial sein; ich will nicht wissen, wie viele Zuschauer allein Tschechov jedes Jahr wegen versemmelter Kirschgärten, Möwen und Schwestern verliert.
(Ach ja: nein, der Ton Deines Computers ist nicht kaputt.)
[ Marcel Marceau in „Silent Movie“, Mel Brooks 1976. ]Immer wieder fragen mich Leute, ob sie mich nicht aus dem Fernsehen kennen. Und das ist völlig unmöglich, denn kulturelle Errungenschaften wie „DSDS“ oder „Frauentausch“ interessieren mich nicht. Meine Frau und ich und ich haben einen Begriff dafür gefunden, wenn wieder mal jemand mit dem Finger auf mich zeigt und verschwörerisch sagt: „Sie kenn ich aber aus dem Fernsehen, oder?“ – “Du bist scheinprominent”, sagte meine Frau zu mir, nachdem man mich fast dazu genötigt hatte, im Reataurant eine Tischdecke zu signieren und seitdem gehört der Begriff der Scheinprominenz zu unserem Wortschatz. Überlege manchmal, mir eine Sendung zu erfinden und Autogrammkarten drucken zu lassen. “Kenn’ ich Sie nicht aus dem Fernsehen?” – “Natürlich. Schabulke, die Show. Montags bis freitags um Zweiundzwanzigdreißig. Sehr nett. Autogrammkarte? Gerne. Für wen soll es sein? Und noch ein Foto. Natürlich, bitte sehr. Mich auch.”
Der Spiegel will schreiben, was Sachsen und Thüringer wirklich bewegt, zwei Tage bevor sie mehrheitlich Nazis wählen werden. Auf den Link geklickt sehe ich zwei hochdruckrote Suffköppe; Einer saugt Zigarettenrauch ein, beide sind in Reichskriegsflaggen gehüllt. Ich will schon nicht mehr wissen, was die beiden wirklich bewegt.
Mein zukünftiger Stiefsohn sagt, ich sei „Folk“. Folk ist im Französichen ein Wort mit der Wertigkeit von „alter Sack“. Folglich höre ich Folkmusik, also „alter-Sack-Musik“. Eins ist klar: so schleimt man sich nicht fürs erste Piercing ein. Sondern muss ein richtiges Stück Alter-Sack-Musik hören – oder um es mit dem Hasen Cäsar zu sagen (auch er unrettbar Folk): Biddeschööööön ;-)
Here we stand
Face the future
They say you live and you learn
Got no time
For reflection
Your bridges started to burn.
That was then this is now
That was then this is now
That was then this is nowYou’ve been there,
And you’ve done it.
Had your back to the wall
In the race,
And now you’ve run it
It doesn’t matter at all.That was then this is now
That was then this is now
That was then this is nowDon’t look back,
And don’t you worry
You can’t live for yesterday
Open door
Into tomorrow
You have to take it and break away.That was then this is now
[Barclay James Harvest featuring Les Holroyd „That was then this is now“ vom Album „Revolution Days“ (2002).]
That was then this is now
That was then this is now
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
