Berlin, Theater am Schiffbauer Damm, 20. Januar 2012
Danke für die Einladung. Aber irgendwie, ich weiß nicht. Das war jetzt ja nicht richtig ein Stück.
Wie jetzt?
Eher eine Szene. Eine lange Szene war es. Es ist ja nicht wirklich was passiert.
Ja, nicht wirklich.
Es ist eigentlich nichts passiert.
Nicht wirklich, nein.
Nur rumgesessen sind die. Und gelaufen. Und wieder hingesetzt haben sie sich. Dabei erwartet man doch, dass was passiert. In so einem Theater. Für das Geld. Aber eigentlich haben die nur geredet die ganze Zeit.
Ja, viel. Nur.
Und man erwartet ja was besonders in so einem Theater. Klassiker. War das ein Klassiker?
Doch schon, Tschechoff ist ein Klassiker, doch schon.
Ja,ist er … Oh. Ah, ja. Ich weiß nicht. Was ist an dem Stück klassisch. Naja. Hast Du die Schauspieler verstanden? Einer war ja sehr alt. Und einen anderen, den habe ich nur ganz schwer verstanden. Hast Du ihn verstanden? Er sprach ja sehr leise. Und die Bühne war auch irgendwie leer. Also nochmal würde ich nicht gehen. In so einen Tschechoff.
Muhaha. Jetzt hab ich’s. Putin besticht längst deutsche Verfassungsrichter, Höcke, Weidel & Co. durchmarschieren zu lassen, und wenn die AfD endlich regiert, kann er in Deutschland einmarschieren, behauptend, er müsse uns von den Nazis befreien. Militärische Spezialaktion, Version D.
Der Schauspieler Dietrich Hollinderbäumer und ich hatten, das haben wir bei einer Premierenfeier der Serie „Pastewka“ einmal festgestellt, dieselbe Sprechlehrerin. Sie hieß Kerstin Forsmark und sie hatte seit den frühen Theatertagen Ingmar Bergmans am Königlichen Dramatischen Theater Stockholm allen Schauspielern den korrekten Sitz der Stimme und den Wohlklang des „Reichsschwedisch“ beigebracht. Am Ende der Ausbildung durfte ich übrigens am Staatstheater dann was spielen? Einen italienischen Diener. Und er, Schüler von Ingmar Bergman, Burgschauspieler, Papa Pastewka, Oliver Welkes Ulrich von Heesen?
Seit einigen Jahren hat er [Hollinderbäumer] nun eine Agentin in Helsinki, die ihm ermöglicht, ab und zu für Filme in Skandinavien vor der Kamera zu stehen. „Aber dann kriege ich so Rollen wie deutsche Offiziere. Leider, denn ich will ja schwedisch sprechen.“ Das Schicksal Hollinderbäumers, eines deutschen Schauspielers, der sein Handwerk einst in Schweden gelernt hat.„Heute-Show“-Star Dietrich Hollinderbäumer ist Herr der Nebenrollen – Stars & Promis – Berliner Morgenpost
Gemein. Der Deutsch-Schwede ist mit Schwedisch als erster und Muttersprache aufgewachsen und mir hatte Kerstin Forsmark gesagt, mein Schwedisch sei besser, als das eines mit breitem Stockholmer Lokaldialekt sprechenden Mitschülers. Aber die Schweden haben Angst um ihr Idiom, so lassen sie Deutsche, auch wenn sie akzentfrei sprechen, lieber Nazis oder Italiener spielen.
Actionkino und brutale TV-Serien haben für Eines sicher gesorgt: Zum ersten Mal seit Douglas Fairbanks und Errol Flynn sind sauber choreografierte Kampfszenen wieder echt angesagt und die Schauspieler hängen sich diesbezüglich so rein, dass es eine Freude ist, Ihnen dabei zuzuschauen. Wenn sich jetzt bitte alle Kriegstreiber die Waffen in die Ecke schmeißen und sich vor den Fernseher setzen würden.
Pick your side and relax. Make popcorn not war.
#FBF The great #MichelleYeoh and a drunk man with newly transplanted limbs walk the first half of their epic fight. At half-speed, I swear.#StarTrekDiscovery #JustAddLeather pic.twitter.com/bp2y5GCbRi
— Jason Isaacs (@jasonsfolly) February 9, 2018
Der knatternde Trabbi an der Goldelse, das „Düü-düü-düü“ der S-Bahn-Tür, die brutzelnde Currywurst in Kreuzberg, das Tröten von Victor im Zoo oder das beruhigende Tuckern der Spreedampfer – die Geräusche und Klänge Berlins sind einzigartig und unnachahmlich! Wirklich?
Das Konzerthausorchester Berlin, inmitten unserer Stadt zu Hause, verleiht der pulsierenden Metropole seinen ganz eigenen Soundtrack. Zum Hinhören, Wiedererkennen und dann neu Entdecken!
Idee: Konzerthaus Berlin
Regie: Boris Seewald
Komponisten: Michael Edwards & Christian Tschuggnall
Tonmeister: Philipp Nedel
Director of Photography: Christoph Valentien
Produzenten: Bernhard von Hülsen & Maria Willer
3B ProduktionBei der Lektüre dreier Jahrgänge der TITANIC (1981-1983) fand ich neben den Werken toter (und schmerzlich vermisster) Cartoonisten vor allem jede Menge Tabak- und Zigarettenreklame; Texte, mindestens so durchgeknallt wie die bekiffte afri-cola-Kampagne von Charles Wilp. Das funktionierte wahrscheinlich nur, weil wir damals alle die noch viel bekiffteren Texte im Ohr hatten, die Gert-Günther Hoffmann zu den „Paulchen Panther“-Trickfilmen rezitierte. Genauso muss man sich wahrscheinlich auch das VAN-NELLE-Gedicht vorstellen – gesprochen von der Synchronstimme von Captain Kirk und Sean Connery.
Luxusrestaurants und Haute Couture sind eine moderne Form des Ablasshandels für Menschen ohne jede Kultur.
Why don’t you just make it a song about paranoia?
Andy WarholGreat idea!
Velvet UndergroundDavid Gilmour hat sein Studio in einem Hausboot. Das Hausboot gehörte vor einem Jahrhundert Fred Karno. David Gilmour ist der Gitarrist von Pink Floyd, Fred Karno war der Agent von Charlie Chaplin und Stan Laurel. Charlie Chaplin liebte Mädchen unter zwanzig und war ansonsten sehr lustig. Stan Laurel war der Dünne von Dick und Doof. Pink Floyd war die Band von Syd Barrett, die er mitgegründet hatte, und die ihn gefeuert hatte, nachdem er im dritten Jahr der Bandexistenz auf einem Drogentrip hängen geblieben war, und der später von seiner Band „bekloppter Diamant“ genannt wurde: „Shine on, you crazy diamond“ – „Glänze weiter, du bekloppter Diamant“ riefen die Pink Floyds ihm nach, und dann starb er, Jahre nach seinem Besuch in den Abbey Road Studios, wo er kurz in der Tür stand, während seine alten Bandkollegen dort 1974 das nächste Album aufnahmen und nachdem er dann wieder gegangen war. Die alten Kollegen nannten ihr Album, das sie in den Abbey Road Studios aufnahmen, dann „Wish You Were Here“ und sie meinten Syd, aber das, und das mit dem Diamanten weiß kaum jemand. Wie auch das mit dem Hausboot von Fred Karno. Syd Barrett gab es noch lange nach seinen drei Pink-Floyd-Jahren, aber er war nicht mehr da, lebte kahlköpfig und im Unterhemd vor sich hin, bis er irgendwann starb. Fred Karnos Hausboot taucht im Film „Chaplin“ von Sir Richard Attenborough auf und da spielt John Thaw Fred Karno. Karno und Thaw ähneln sich physisch kaum, aber ich sehe Karno jetzt immer mit seinem Gesicht (im Gegensatz zu Chaplin, der qua Verstorbenseins seit über vierzig Jahren überhaupt nichts mehr sieht). Fred-Karno-Darsteller Thaw, der selbst berühmt war als „Inspector Morse“ im britischen Fernsehen, starb, wie viele saufrauchende Schauspieler, vor der Zeit (2002, er war 60) und an Speiseröhrenkrebs. Das hat er mit Schauspieler Otto Sander gemeinsam, der 2001 im Kölner Café Sehnsucht auf den Tisch stieg und den Tod aus dem Jedermann zitierte, um später eine flammende Rede gegen die Spülmaschine zu halten, die er für Wasserverschwender hielt und der dann in Ermangelung eines One-Night-Stands mit dem Taxi ins Hotel fuhr, während David Gilmour auf dem Hausboot von Fred Karno ein neues Album in Angriff nahm.
Early dawning,
Sunday morning
It’s just the wasted years
so close behind
The Velvet Underground: “Sunday Morning”Wir gammeln vor uns hin, verrotten, verwesen, verenden, und keinen interessiert’s. (…) Die Weltherrschaft wird man nicht bekommen, und wenn doch – was macht man damit? Wer will dieses anstrengende Gebilde von acht Milliarden, die nicht sterben wollen, schon leiten, und wenn doch, auch dann ist irgendwann Schicht.Sibylle Berg
Trio Chat Noir, Café Tasso, Berlin, 09. Juli 2011.
http://www.myspace.com/triochatnoirThe problem is not the idiots. The problem is the idiots who elect them to office.
Das Ding mit der Komischen Oper Berlin ist: Sie machen alles mit einer Hingabe, der sich zu entziehen unmöglich scheint. Das großartigste Opernhaus Berlins.
https://www.facebook.com/komischeoperberlin/videos/10155888722668771/
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
