„Es ist hart von Hartz IV zu leben, verheerend jedoch ist das Gefühl der Ausgegrenztheit. Dieses Gefühl wird durch die Konfrontation mit dem verstärkt, das Macht und Luxus derjenigen betont, die zentral in der Gesellschaft stehen.“
Schön, was? Stand in der Süddeutschen Zeitung.
Die Süddeutsche Zeitung zu lesen, so der Stuttgarter Journalist Günther Kress, sei pures Vergnügen. Geht an. Meistens.
Als nicht vergnüglich konnte man ansehen, dass sie die innovative Beilage „jetzt“ unter dem Vorwand finanzieller Probleme einstellten um kurz darauf die doppelt so dicke reaktionäre Beilage „Golf spielen“ nach vorn zu bringen.
Als ebenfalls nicht sonderlich vergnüglich kann man es ansehen, wenn relative Personen der Zeitgeschichte – wie etwa abgehalfterte Tennisspieler mit Wortfindungsstörung – in fast kultischer Verehrung seitenweise interviewt werden, und das ausgerechnet zu dem Thema, in welchen Frauen sie mit ihrem erigierten Dödel lustlos herumgestochert haben.
Neuerdings gewähren sie Autoren von Leitmedien wie „Vanity Fair“ und „Matador“ im Magazin publizistisches Asyl.
Und zur Verstimmung am Sonntag kann es führen, wenn eine Journalistin im großen Interview der Wochenendbeilage über sechs Spalten schwärmen darf, dass für sie die Neureichen die größte kulturelle Kraft darstellen, die wir haben.
„Verheerend ist das Gefühl der Ausgegrenztheit. Dieses Gefühl wird durch die Konfrontation mit dem verstärkt, das Macht und Luxus derjenigen betont, die zentral in der Gesellschaft stehen.“
Stand in der Süddeutschen Zeitung.
PS: Dass der Spiegel nach dieser Woche voller SZ-Enttäuschungen mal wieder mit seinem Lieblings-Covergirl Adolf Hitler auf dem Titel Quote holen will, passt irgendwie ins Bild.
Angesichts der derzeitigen Weltenlenker großes Achtziger-Lebensgefühlsrevival, ständig denken: „Werden wir leben und sterben dürfen, oder werden wir irgendwann ohne nennenswerte Vorwarnung gesprengt?“ Danke für nichts, ihr Arschlöcher.
Es gibt Menschen, die freundlich mit dir reden, wenn sie dich treffen, und dann hörst du Jahre nichts von ihnen. Und immer, wenn du sie wiedersiehst klopfen dir wieder auf die Schulter, nennen dich einen guten Freund und sagen Dinge wie „Wir sehen uns viel zu selten“. Dann geht man irritiert nach Hause und sagt sich: „Hey, hatte ich nicht gehört, dass diese Person überhaupt nicht gut auf mich zu sprechen sei und wo es ginge, hinter meinem Rücken gegen mich intrigiert?“ Das muss kein Widerspruch sein.
Dieses Verhalten ist im Grunde eine soziale Fassade, das ich die aufgesetzte joviale Scheißfreundlichkeit nennen möchte. Sie dient als Strategie, um Konflikte zu vermeiden und eine schnelle, oberflächliche Interaktion zu ermöglichen, die es einem erlaubt, schnell zu den Buddys ans Buffet zu gelangen. Man könnte die joviale Scheißfreundlichkeit auch als eine moderne Form der Höflichkeitslüge bezeichnen, ein subtiles Ghosting in plain sight.
Die Wahl dieses Umgangs ist oft auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Zum einen Feigheit und Konfliktscheu, da eine direkte Konfrontation vermieden wird, während man sich zum anderen pragmatisch die Tür einen Spaltbreit offenhält, um potenziell nützliche Kontakte nicht endgültig abzubrechen. Im Kern ist die joviale Scheißfreundlichkeit nichts anderes als ein lässig als Wertschätzung getarntes, kaltes Desinteresse.
Auf ein so vorgebrachtes: „Hey, altes Haus! Gut schaust du aus!“ könnte man also mit Fug und Recht (zumindest innerlich) antworten: „Well, fuck off to you, too.“
Immer wieder lustig: Extrem-Karaoke. Man nehme ein Musikvideo, entferne bis auf die Stimmen der Künstler alle Musik und ersetze sie durch die natürlichen Umgebungsgeräusche der Drehorte. Plötzlich erlebt man @MickJagger und @DavidBowieReal völlig neu.
Noch in diesem Jahr – Millowitsch-Theater schließt früher als geplantwz.de
Mal nicht so pathetisch. Das Theater am Rudolfplatz existiert weiter, da schließt nix. Millowitsch hat bloß nicht genug eingespielt, um die Miete zu zahlen, Ende vom Lied: er mietet es nur nicht mehr und macht die Bühne frei für seine Kumpels, die dort ein Stück inszenieren mit, ja wem wohl – Millowitsch. Das gibt es nur in Kölle: es wird groß geflennt und dann bleibt alles beim Alten. Alaaf!
Wem zum Teufel soll ich erzählen, was ich gerade mache? Überhaupt, wer bist Du, Internet?
Wenn Elvis Costello Burt Bacharach singt, klingt er wie die Schlagerversion von David Bowie.
Let us offer prayers for all souls leaving as well as those staying. (LeVar Burton)
Michael Jackson ist tot. Die Welt hat eine Ikone im Bereich der Bier- und Whiskyverkostung und den Autor verschiedener Standardwerke zum Thema verloren. 1994 erhielt er die Glenfiddich Trophy. Jackson hatte im englischen Sprachraum großen Einfluss auf die Kategorisierung von Biersorten, vor allem sein 1977 erschienenes Buch „The World Guide to Beer“ setzte hier neue Standards. Sein Spitzname war beerhunter. Michael Jackson lebt weiter in seinen Werken wie „Complete Guide to Single Malt Scotch“ oder „The World Guide to Beer“. Michael Jackson starb am 30. August 2007. Heben wir unser Glas auf ihn.
„Aimez-vous les uns les autres ou bien disparaissez!” (Juliette Gréco)
Da es endlich passt kratzt es mich auch nicht mehr, wenn ich dran denke, dass es endlich ist.
„It’s barbaric, but hey, it’s home.“Arabian Nights, [amazon link=“B06XGBT9WZ“ title=“Disney’s Aladdin“ /]
Die Mode-Depesche via Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
