Seems to me, can’t turn back the hands of time
Oh it seems to me, can’t turn back the hands of time
Seems to me, history was left behind
(Richie Havens: „Hands Of Time“)In den 1970ern gab es in der täglichen „Radiothek“ von WDR2 jeden Abend ein anderes integriertes Format, mittwochs war es „Discothek im WDR mit Mal Sondock“ (1967-1980). Am Mittwoch starb Mal Sondock, der mit seinem Format und mit seinem starken amerikanischen Akzent und seinem humorig-kompetenten Moderationsstil lange Zeit stilbildender Radio-DJ war. Don Dahlmann hat einen innigen Nachruf auf ihn geschrieben, den ich wärmstens zur Lektüre anempfehle – hier nur zwei kurze Auszüge:
„Mal war ein begnadeter Radio-Mann. Und er hatte ein großes Herz. Irgendwann hatte ich einen Engpass und musste sparen, verzichtete aufs Mittagessen, irgendwann auch aufs Frühstück. Gemeinerweise musste ich mittags immer das Essen für Mal holen und irgendwann quittierte mein Körper die Hungerkur mit einem Schwindelanfall. Als Mal davon hörte, warum ich mittags nicht mit den anderen essen würde, bezahlte er ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren für den Rest meiner Zeit bei ihm mein Mittagessen.“
„Warum Mal nie zu einem Privatsender gegangen ist? Weil man dort kein Radio machte, sondern, wie er es sagte, nur simulierte. Die Musik wurde nicht mehr vom Sprecher ausgesucht, dazu die Werbung und man durfte nicht mehr sagen, was man wollte. Dazu hatte er keine Lust, also ließ er es konsequenterweise auch sein. Bedauerlich, dass niemand mehr einen Mann wie Mal Sondock wieder ins Radio und vor ein großes Publikum gelassen hat. Der Niedergang des Radios – an Mals Karriere konnte man ihn schön ablesen.“
[ Ganzer Nachruf: Don Dahlmann: Meine Zeit mit Mal Sondock. ]
Faszinierend. Fundstück von Tobias Richter: Grandioser zeitgemäßer Trailer für einen alten Film. Nur müsste man jetzt, um ein zeitgenössisches Publikum am Einschlafen zu hindern, auch den ganzen Film auf dieses Tempo schneiden. Wahrscheinlich bliebe dann noch eine halbe Stunde übrig von Star Trek – The Motion Picture.
Why don’t you just make it a song about paranoia?
Andy WarholGreat idea!
Velvet UndergroundDavid Gilmour hat sein Studio in einem Hausboot. Das Hausboot gehörte vor einem Jahrhundert Fred Karno. David Gilmour ist der Gitarrist von Pink Floyd, Fred Karno war der Agent von Charlie Chaplin und Stan Laurel. Charlie Chaplin liebte Mädchen unter zwanzig und war ansonsten sehr lustig. Stan Laurel war der Dünne von Dick und Doof. Pink Floyd war die Band von Syd Barrett, die er mitgegründet hatte, und die ihn gefeuert hatte, nachdem er im dritten Jahr der Bandexistenz auf einem Drogentrip hängen geblieben war, und der später von seiner Band „bekloppter Diamant“ genannt wurde: „Shine on, you crazy diamond“ – „Glänze weiter, du bekloppter Diamant“ riefen die Pink Floyds ihm nach, und dann starb er, Jahre nach seinem Besuch in den Abbey Road Studios, wo er kurz in der Tür stand, während seine alten Bandkollegen dort 1974 das nächste Album aufnahmen und nachdem er dann wieder gegangen war. Die alten Kollegen nannten ihr Album, das sie in den Abbey Road Studios aufnahmen, dann „Wish You Were Here“ und sie meinten Syd, aber das, und das mit dem Diamanten weiß kaum jemand. Wie auch das mit dem Hausboot von Fred Karno. Syd Barrett gab es noch lange nach seinen drei Pink-Floyd-Jahren, aber er war nicht mehr da, lebte kahlköpfig und im Unterhemd vor sich hin, bis er irgendwann starb. Fred Karnos Hausboot taucht im Film „Chaplin“ von Sir Richard Attenborough auf und da spielt John Thaw Fred Karno. Karno und Thaw ähneln sich physisch kaum, aber ich sehe Karno jetzt immer mit seinem Gesicht (im Gegensatz zu Chaplin, der qua Verstorbenseins seit über vierzig Jahren überhaupt nichts mehr sieht). Fred-Karno-Darsteller Thaw, der selbst berühmt war als „Inspector Morse“ im britischen Fernsehen, starb, wie viele saufrauchende Schauspieler, vor der Zeit (2002, er war 60) und an Speiseröhrenkrebs. Das hat er mit Schauspieler Otto Sander gemeinsam, der 2001 im Kölner Café Sehnsucht auf den Tisch stieg und den Tod aus dem Jedermann zitierte, um später eine flammende Rede gegen die Spülmaschine zu halten, die er für Wasserverschwender hielt und der dann in Ermangelung eines One-Night-Stands mit dem Taxi ins Hotel fuhr, während David Gilmour auf dem Hausboot von Fred Karno ein neues Album in Angriff nahm.
Early dawning,
Sunday morning
It’s just the wasted years
so close behind
The Velvet Underground: “Sunday Morning”Robin genuinely made me laugh and was one of the "good guys." I’ll miss him and his wonderful spirit. (Photo @brugli) pic.twitter.com/ybAOsM6HlP
— Joan Rivers (@Joan_Rivers) August 12, 2014
Das hatte ich vor ein paar Tagen schon getwittert, aber wenn ihr ein bisschen Zeit und Muße für die Guernica habt: Die Reina Sofia hat ein wirklich tolles Online-Special mit bergeweise Dokumenten und Quellen veröffentlicht: Rethinking Guernica.
Quelle: Anke Gröner » Blog Archive
Entstehungsgeschichte, Zeitzeugen, Rezeptionschronologie, alles mit Unmengen von Belegen, dazu das Gemälde in Megapixelauflösung zum Reinfallen. Für diesen Link – danke, Anke!
Ich finde es geschmacklos, wenn man während des Sterbens an die Theke geht und Sekt trinkt und frisst. Peter Konwitschny
Der knatternde Trabbi an der Goldelse, das „Düü-düü-düü“ der S-Bahn-Tür, die brutzelnde Currywurst in Kreuzberg, das Tröten von Victor im Zoo oder das beruhigende Tuckern der Spreedampfer – die Geräusche und Klänge Berlins sind einzigartig und unnachahmlich! Wirklich?
Das Konzerthausorchester Berlin, inmitten unserer Stadt zu Hause, verleiht der pulsierenden Metropole seinen ganz eigenen Soundtrack. Zum Hinhören, Wiedererkennen und dann neu Entdecken!
Idee: Konzerthaus Berlin
Regie: Boris Seewald
Komponisten: Michael Edwards & Christian Tschuggnall
Tonmeister: Philipp Nedel
Director of Photography: Christoph Valentien
Produzenten: Bernhard von Hülsen & Maria Willer
3B ProduktionWarum muss die schleswig-holsteinische Politik eigentlich immer so stinken? Es scheint, als hätten die höheren politischen Chargen des Landes der Ehrenwörter, Badewannen und pekuniär gut bestückten Schubladen nach wie vor mal gern ein Lächeln zuviel und keine Ehre in der Hose. Bei der Gelegenheit: ich würde mich ja gar nicht wundern, wen rauskäme, dass bei der Minsterpräsidentenwahl 2005 jemand (gern einen agent provocateur der Gegenseite), komfortabel geschmiert wurde damit die zur Wiederwahl stehende Ministerpräsidentin so grenzenlos gedemütigt wurde, dass sie der Politik den Rücken kehrte und am Ende völlig verwirrt mit einem dicken Komiker beim Privatfernsehen Tanzsendungen moderierte.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
