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Aus der beliebten Reihe „Bekloppte Instrumente“ heute: Das Mellotron. Das Ding war ursprünglich ein Orgel-Emulator. Um 1950 erkannte Henry Chamberlin, dass er Orgelklänge mithilfe von Magnetbändern sampeln konnte: Jede Taste in seiner Erfindung löst eine Aufnahme einer Orgel aus, die ebendiese Note spielt. Dann wurden auch andere Instrumente emuliert: Celli, Flöten … buchstäblich alles, was man aufnehmen kann. Das Mellotron war im Grunde das erste Sampling-Keyboard. Bekloppter als das Mellotron sind nur die Leute, die es hier präsentieren:
Aha, aha: Undenkbar ohne Mellotron: Strawberry Fields, Stairway to Heaven, Space Oddity …
Es gibt Menschen, die freundlich mit dir reden, wenn sie dich treffen, und dann hörst du Jahre nichts von ihnen. Und immer, wenn du sie wiedersiehst klopfen dir wieder auf die Schulter, nennen dich einen guten Freund und sagen Dinge wie „Wir sehen uns viel zu selten“. Dann geht man irritiert nach Hause und sagt sich: „Hey, hatte ich nicht gehört, dass diese Person überhaupt nicht gut auf mich zu sprechen sei und wo es ginge, hinter meinem Rücken gegen mich intrigiert?“ Das muss kein Widerspruch sein.
Dieses Verhalten ist im Grunde eine soziale Fassade, das ich die aufgesetzte joviale Scheißfreundlichkeit nennen möchte. Sie dient als Strategie, um Konflikte zu vermeiden und eine schnelle, oberflächliche Interaktion zu ermöglichen, die es einem erlaubt, schnell zu den Buddys ans Buffet zu gelangen. Man könnte die joviale Scheißfreundlichkeit auch als eine moderne Form der Höflichkeitslüge bezeichnen, ein subtiles Ghosting in plain sight.
Die Wahl dieses Umgangs ist oft auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Zum einen Feigheit und Konfliktscheu, da eine direkte Konfrontation vermieden wird, während man sich zum anderen pragmatisch die Tür einen Spaltbreit offenhält, um potenziell nützliche Kontakte nicht endgültig abzubrechen. Im Kern ist die joviale Scheißfreundlichkeit nichts anderes als ein lässig als Wertschätzung getarntes, kaltes Desinteresse.
Auf ein so vorgebrachtes: „Hey, altes Haus! Gut schaust du aus!“ könnte man also mit Fug und Recht (zumindest innerlich) antworten: „Well, fuck off to you, too.“
„I would have sold my soul to play in The Godfather. But I never get those parts. They’re not offered to me. That’s all.“Orson Welles
Ich arbeite nachts, wenn ich viele Projekte gleichzeitig mache. Menschen, mit denen ich vor dreißig Jahren gemeinsam loslegte sind heute ohne mich Millionäre. Ich mache, während sie langsam alle wegen Reichtum geschlossen haben, immer noch viele Projekte gleichzeitig und alle selbst, scheuche keine Praktikanten und Junggrafiker durch die Gegend. Meine Benefits? Ich verbringe meine Nächte mit lustigen, sehr talentierten Menschen. Heute Nacht habe ich Dick Cavett, Alfred Hitchcock und Orson Welles zu danken. It was nice having you.
https://youtu.be/OvNla9-u6xM
https://youtu.be/jMh7pbYr8DQ
Als ich gehen wollte, sagte er, ich solle es ihm nicht übel nehmen, er käme nicht mit raus, er könne kaum gehen. Am nächsten Tag ist er bei der Schau schon nicht mehr erschienen. Er hat sie von zu Hause aus dirigiert, rief bis kurz vor Beginn die Näherinnen an und gab ihnen durch, was sie noch schnell ändern sollten. Suzy Menkes über Karl Lagerfeld
… und wer Mädels „Dreamy Paprika“ vorsetzt, dazu noch in Marshmallow-Rosa geschrieben, der kennt Mädels schlecht. Abgesehen davon fältt es mir schwer die Traumwelt von Paprika vorzustellen. Wobei es ein großartiger Schlagertitel wäre: „Wenn Schoten träumen …“ Analyze my Gemüse, Mr. Freud!
Mit Stanley Ted „Jango“ Edwards kam der Begriff „Comedy“ nach Europa. Die von ihm losgetretene „Comedywelle“ läuft, seit Jango 1975 in Amsterdam das „Festival of Fools“ aus der Taufe hob und „Genuine Echt & Lekker Clownpower“ propagierte. Der Jango der späten 1970-er Jahre ist unerreicht. Von allen seiner Nachahmer – und von ihm selbst.
Die Energie, die von dieser Show ausging, transportiert sich bis heute, selbst in fitzeligen VHS-Mitschnitten des niederländischen Fernsehens, die glücklicherweise mittlerweile immer mal wieder bei YouTube landen.
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Jango, der abgebrochene Journalismus-Student und Kunstrasenverkäufer aus Detroit, war allgegenwärtig in den Amsterdamer Clubs, wo sonst Leute wie David Bowie auftraten. Er performte mit seiner „Friends Roadshow“ außerdem jahrelang regelmäßig umsonst im Amsterdamer Vondelpark mit seinem bunten Haufen aus Musikern, Sängern und Zirkuskünstlern. Jangos Show kam in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre rüber wie die Mischung der Untergrundcomics von Robert Crumb mit Konzerten von Frank Zappa.
Es markiert einen Einschnitt in der Unterhaltungsszene des alten Kontinents, wie die „Jango Edwards and Friends Roadshow“ unter kruder Anwendung aller Zirkusdisziplinen plus Rock’n’Roll und einer ordentlichen Prise Sex in einer Mischung aus grotesker Motivationstherapie und anarchischer Musikshow das Lachen aus der Schenkelklopfer- und Witzeerzähler-Ecke befreite.
Für ein paar kurze Jahre.
Ich kannte ihn als er noch nicht aus Bronze war, und sehr lebendig drin in diesem Café mit dem Ensemble seine Kabarettprogramme besprach. Ich zeichnete ihn gern als Engel. „Aber ich bin doch noch nicht tot“, sagte er dann. „Es ist eine Metapher“, sagte ich. „Sehe ich aus wie eine Metapher“ fragte er zurück und wir tranken von dem, was in Krakau zu der Zeit Konjak hieß und aßen Flaczki dazu.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
