Noch drei Independance Day-Filme. Noch drei Star Wars-Filme. Und immer noch und immer mehr Fernsehserien, die horizontales Erzählen weiter treiben als jeder Kinofilm. Kino versucht Fernsehen zu sein und Fernsehen Kino. Ich finde, das Fernsehen schlägt sich besser dabei, denn die Schlagzahl zwischen einzelnen „Folgen“ ist im Kino einfach nicht ausreichend. Zum Beispiel der Star Trek Reboot: keine drei Filme in sechs Jahren hat das Team von J. J. Abrams und Nachfolgern geschafft. In derselben Zeit hat Paramount vor 30 Jahren sieben Seasons „Next Generation“ gedreht, „Deep Space Nine“ und „Voyager“ auf den Weg gebracht und starke Geschichten erzählt anstatt zwischen zwei Episoden jahrelang tief Luft zu holen um es dann mal kurz und heftig blutleer krachen zu lassen.
Heben wir unser Glas auf Robert Gernhardt, denn heute ist sein drittes Jahresgedächtnis. Und jetzt alle:
Danke. Weitermachen.
Es gibt Leute, bei denen fällt die Vorstellung besonders schwer, dass sie nicht mehr da sein werden. Barry Humphries ist so einer. Mit ihm gehen ja eigentlich zwei Menschen, denn Barry Humphries war Dame Edna.
Es ist schwer vorstellbar, dass Dame Edna, die Vertraute des internationalen Jet-Sets, nie wieder durch das Showtor auf der Bühne und im Fernsehen explodieren wird, die massive Handtasche schwenkend, mit violetter, hochtoupierter Maggie-Thatcher-Gedenkfrisur und diesen schmetterlingsförmigen, paillettenbesetzten Brillen. Dass niemals mehr Barry Humphries in seiner Paraderolle dem Publikum „Hellooo, possums!“ entgegenschmettern wird.
Humphries war so sehr eins mit seiner Figur, dass Roger Willemsen, ein großer Fan, nach Australien flog, nicht um ihn zu interviewen, sondern um eine Homestory über Dame Edna zu drehen. In dem TV-Feature wirkt Humphries Alter Ego im Grunde wie eine Hommage an Margret Dünser, die Grande Dame des deutschen Promi-Talks. Dünser besuchte in ihrer Sendung V.I.P.-Schaukel von 1970 bis 1980 Prominente aus aller Welt zu Hause. Wie Dünser war Dame Edna nur im Dresscode steif, ansonsten aber alles von ernsthaft, schlagfertig und humorvoll bis frivol, ließ es jedoch nie an natürlichem Respekt fehlen. Weswegen sich hochkarätige Prominente beiden gegenüber im Interview freimütig öffneten.
Was für Dünser Lebensart war, war für Humphries eine Rolle. Beide schafften hinter den magischen Trick, hinter den Schutzwällen von Rolle und Attitüde aufrichtig zu sein, ihre Gäste und Gesprächspartner zu umarmen, nicht zu veralbern und ihnen und ihrem Publikum trotzdem viel Spaß zu bereiten. Das war damals selten und ist es heute noch mehr.
Ich möchte mir jetzt vorstellen, dass es einen Himmel gibt, und dann sehe ich da Dame Edna mit Roger Willemsen auf einer Wolke versonnen Michel Petrucciani an einem gladiolenverzierten Flügel beim Klavierspielen zuhören. Irgendwann, für einen kleinen Moment, dreht sich dann kurz zum Zuschauer und flüstert mit einem Mundwinkel grinsend: „Goodbye, possums!“
you’ll be given love / you’ll be taken care of / you’ll be given love / you have to trust it / maybe not from the sources / you have poured yours / maybe not from the directions / you are staring at / trust your head around / it’s all around you / all is full of love / all around you / all is full of love / you just aint receiving / all is full of love / your phone is off the hook / all is full of love / your doors are all shut / all is full of love! / all is full of love.
[ Björk, „All Is Full Of Love“ , 1999. ]Das hatte ich vor ein paar Tagen schon getwittert, aber wenn ihr ein bisschen Zeit und Muße für die Guernica habt: Die Reina Sofia hat ein wirklich tolles Online-Special mit bergeweise Dokumenten und Quellen veröffentlicht: Rethinking Guernica.
Quelle: Anke Gröner » Blog Archive
Entstehungsgeschichte, Zeitzeugen, Rezeptionschronologie, alles mit Unmengen von Belegen, dazu das Gemälde in Megapixelauflösung zum Reinfallen. Für diesen Link – danke, Anke!
Man kann schon zum Grantler werden…
…wenn man das hier sieht:
The New York Times: “One in 8 Million”
“One in 8 Million” („Einer von 8 Millionen”) erzählt die Geschichten von New Yorker Originalen in Bild und Ton. Eine Reihe von Sarah Kramer und Alexis Mainland mit den Fotos von Todd Heisler, interaktiv in Szene gesetzt vom Grafiker Tom Jackson.http://www.nytimes.com/packages/html/nyregion/1-in-8-million/index.html
Es gibt Menschen, die freundlich mit dir reden, wenn sie dich treffen, und dann hörst du Jahre nichts von ihnen. Und immer, wenn du sie wiedersiehst klopfen dir wieder auf die Schulter, nennen dich einen guten Freund und sagen Dinge wie „Wir sehen uns viel zu selten“. Dann geht man irritiert nach Hause und sagt sich: „Hey, hatte ich nicht gehört, dass diese Person überhaupt nicht gut auf mich zu sprechen sei und wo es ginge, hinter meinem Rücken gegen mich intrigiert?“ Das muss kein Widerspruch sein.
Dieses Verhalten ist im Grunde eine soziale Fassade, das ich die aufgesetzte joviale Scheißfreundlichkeit nennen möchte. Sie dient als Strategie, um Konflikte zu vermeiden und eine schnelle, oberflächliche Interaktion zu ermöglichen, die es einem erlaubt, schnell zu den Buddys ans Buffet zu gelangen. Man könnte die joviale Scheißfreundlichkeit auch als eine moderne Form der Höflichkeitslüge bezeichnen, ein subtiles Ghosting in plain sight.
Die Wahl dieses Umgangs ist oft auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Zum einen Feigheit und Konfliktscheu, da eine direkte Konfrontation vermieden wird, während man sich zum anderen pragmatisch die Tür einen Spaltbreit offenhält, um potenziell nützliche Kontakte nicht endgültig abzubrechen. Im Kern ist die joviale Scheißfreundlichkeit nichts anderes als ein lässig als Wertschätzung getarntes, kaltes Desinteresse.
Auf ein so vorgebrachtes: „Hey, altes Haus! Gut schaust du aus!“ könnte man also mit Fug und Recht (zumindest innerlich) antworten: „Well, fuck off to you, too.“
Die Welt dreht sich weiter
Sachma nix
Der Frühling lugt um die Ecke
Wenn jetzt Worte wären
Würde Hanns Dieter Hüsch was erzählen
Sachma nix
Bei einem Stücksken Aprikosenkuchen
Unterm Regenbogen in einer niederrheinischen Viehversteigerungshalle
Im Frühling kann man seine Stimme hören
HDH, Niederrhein, Free Jazz und Progrock
Plötzlich ist das alles wieder da
Auch in Berlin und
HDH
Der Hüsch
Längst ein Gänseblümchen
Kichert sich eins
Nebenbei gekichert
Wie nur Hüsch verhuscht
Nebenbei kicherteSachma nix
Die Welt dreht sich weiter
Bald sind auch wir Gänseblümchen
Und Schlüsselblumen
Und kichern auf einer niederrheinischen Wiese
Mit der Frühlingssonne
Um die WetteSchade nur, dass wir das dann nicht mehr mitkriegen
Aber das ist uns dann auch egal
Denn der Hüsch lugt um die Ecke
Und der liebe Gott serviert Aprikosenkuchen
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.Unbekannt
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Guten Tag. Mein Name ist Sven K, das Internet ist seit 1996 meine Eckkneipe. Herzlich willkommen.
Guten Tag. Mein Name ist Sven K. Das Internet ist seit 1996 mein Wohnzimmer. Herzlich willkommen.
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